„Take us to Smolka’s!“: Die Spionagegeschichte hinter „Der dritte Mann“

Vor 70 Jahren wurde in Wien ein Film gedreht, der wie kein anderer sinnbildlich für Spionage steht: „Der dritte Mann“. Doch dieses Thema kommt darin gar nicht vor. Erzählt wird eine Krimi-Geschichte, die Jagd auf einen Schwarzmarkt-Ring. Und dennoch ist „Der dritte Mann“ untrennbar mit der Schattenwelt der Geheimdienste verbunden. Das hängt zunächst mit dem Schauplatz zusammen: Dem zerbombten Wien des frühen Kalten Kriegs. Kaum reflektiert wird dagegen, dass es in der Entstehungsgeschichte des Films nur so von Geheimdienstlern wimmelt: vom Produzenten (Alexander Korda), über den Autor der Romanvorlage (Graham Greene) bis hin zum realen Vorbild der Hauptfigur „Harry Lime“ (Kim Philby). Noch dichter war es hinter den Kulissen, wo eine frühere US-Agentin als Assistentin und ein mutmaßlicher KGB-Agent als Stichwortgeber agierten. Hinter „Der dritte Mann“ verbirgt sich eine Spionagegeschichte rund um Verrat und menschliche Abgründe.

2017 hat der belgische Autor Jean-Luc Fromental seine Graphic Novel The Prague Coup vorgelegt. Auch wenn man es angesichts des Titels nicht auf den ersten Blick vermuten würde, wird hier die „Schöpfung“  von „Der dritte Mann“ erzählt – und zwar als teils fiktiver, aber eng an die realen Ereignisse angelehnter Spionagethriller: Graham Greene (1904-1991), der Anfang 1948 nach Wien kommt, um für die Filmvorlage zu recherchieren, befindet sich in Wirklichkeit auf einer Mission. Er versucht an Belege dafür heranzukommen, dass im britischen Secret Intelligence Service (SIS, bekannt als MI6) ein gefährlicher „Maulwurf“ platziert ist. Im Finale wird enthüllt, dass es sich um einen früheren Arbeitskollegen und persönlichen Freund Greenes handelt, den er aber deckt: Kim Philby. Fromentals Comic legt sehr anschaulich dar, dass Greenes Roman und damit der Film zahllose unterschwellige Botschaften enthalten, die auf diesen realen Spionagefall Bezug nehmen. Als habe Greene auf diese Weise indirekt mit Philby kommuniziert.

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Nun gibt es keinen Beleg dafür, dass Greene Philby bereits vor dessen „offizieller“ Enttarnung 1963 durchschaut hätte. The Prague Coup bleibt hochinteressante Spekulation, die aber auf Faken gebaut ist.

Um bei Greene zu beginnen, so war der Schriftsteller zwar nur 1941-1944 Offizier beim SIS, blieb aber dem Dienst zeitlebens verbunden. Wenn er auf unzähligen Reisen auch hinter den „Eisernen Vorhang“ reiste, wurden Greenes Spesen oft vom SIS bezahlt. Und im Gegenzug diente der Journalist und Romancier seinem früheren Arbeitsgeber bis in die frühen 1980er als Informationsquelle über ansonsten schwer zugängliche Länder wie Vietnam, Polen, China und Russland.

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Graham Greene 1939 (Quelle: Bassano ltd/Wikimedia Commons)

Einen ebenfalls ausgeprägten Geheimdienst-Hintergrund hatte der Filmproduzent Alexander Korda (1893-1956), jener Mann, der die ursprüngliche Idee hatte, einen Thriller im Nachkriegs-Wien zu drehen. Dort hatte der ungarisch-stämmige Korda seine Karriere begonnen, ehe er 1932 nach London emigriert war. Er wurde zur Eminenz einer ganzen Periode des britischen Kinos. Und wie Greene hatte er nebenbei enge Beziehungen zu den angloamerikanischen Geheimdiensten unterhalten, vor allem während des 2. Weltkriegs.

Doch damit zurück zu „Der dritte Mann“ selbst: Korda hatte Greene beauftragt, eine Vorlage für den geplanten Thriller zu erstellen. Um den Stoff zu recherchieren, besuchte Greene zweimal Wien: Von 12. bis 23. Februar und zwischen 10. und 30 Juni 1948. Seine Reiseangelegenheiten wurden von einem Angestellten von Kordas Firma London Films gecheckt: Einem früheren SIS-Oberst namens Joseph Cordington, der Greene nicht nur alle notwendigen Dokumente, sondern auch ein Zimmer im Hotel Sacher beschaffte. Dort waren das Information Service Branch und das Political Intelligence Department des britischen Außenministeriums untergebracht, alles hoch sensible Schaltstellen. In der Roten Bar des Hotels hatte Greene so „Zugang zu Informationen aus erster Hand, hier blieben ihm die ständigen Reibereien zwischen den westlichen Alliierten und den Sowjets nicht verborgen“, schreibt die Historikerin Brigitte Timmermann.

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Lobbycards des Films im Dritte Mann Museum

Dass Greene im Anschluss an seinen ersten Wien-Aufenthalt ausgerechnet über Prag nach Rom weiterreiste, ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass die Schöpfung des „dritten Manns“ für sich schon eine Spionage-Geschichte war. Greene hatte den Umweg angeblich nur deswegen eingelegt, weil man damals in die italienische Hauptstadt über Prag fliegen „musste“. Also habe er die „Gelegenheit“ genutzt, um dort zwei Verleger zu treffen und sei so zufällig Zeuge des KP-Putsches am 25. Februar 1948 geworden. Später schrieb Greene etwas scheinheilig:

„An dem Abend, als ich Wien verließ, kursierten Gerüchte, dass die Kommunisten die Macht übernehmen würden, mir aber machte mehr das dichte Schneetreiben Sorgen, das den Start des Flugzeugs um Stunden hinauszögerte. Mit demselben Flugzeug reisten zwei englische Korrespondenten, einer arbeitete für eine Agentur, der andere für die BBC. Sie erzählten mir, dass sie unterwegs seien, um über die Revolution zu berichten. ‚Revolution?‘“

Greenes Biograf Michael Shelden lässt das nicht gelten und bezeichnet gleich den ganzen Scouting-Trip als Tarnmanöver für nachrichtendienstliche Erkundungen.

Doch damit enden die Spionage-Bezüge nicht. In Wien war Greene eine besondere Dolmetscherin, Assistentin und „Fremdenführerin“ zur Seite gestanden: Die Ex-Agentin Elizabeth Montague hatte im 2. Weltkrieg für das Berner Büro des Office of Strategic Services (OSS), Vorläufer der späteren CIA, gearbeitet. Für Greene organisierte sie Touren in die sowjetische Zone, zum Zentralfriedhof und in die Abwasserkanäle.

Dort wurden Greene und Montague von den Männern der Kanalbrigade, einer ab 1934 bestehenden Sonderabteilung der Wiener Polizei, begleitet. Sie spielten später eine wichtige Rolle bei der finalen Verfolgungsjagd in „Der dritte Mann“. Während der Begehung sah Montague im Fackelschein furchteinflössende Ratten, die die Größe von kleinen Hunden hatten. Grund dafür war, dass man die Tiere ursprünglich in Pelzfarmen gehalten hatte und sie im Zuge der Kriegswirren freigekommen waren. Beim zweiten Wien-Besuch im Juni 1948 war dann auch der spätere Regiesseur von „Der dritte Mann“, Carol Reed, mit von der Partie. In der Zwischenzeit hatte man so viele der „pitoresken“ Bombenschäden beseitigt, dass Greene verlegen zu Reed sagte: „But I assure you Vienna was really like that – three months ago.“

Aus diesen Eindrücken, aber auch aus Bargesprächen und anderen Treffs schöpfte Greene die Inspiration für die berühmte Verfolgungsjagd im Kanal, die Penicillin-Schiebergeschäfte und die Hauptfigur des Harry Lime.

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Das Grab der Familie Grün am Zentralfriedhof war im Film jenes von Harry Lime (Foto: Autor)

Diesen Plot schälte Greene vor allem nach zwei stundenlangen Gesprächen am 17. und 18. Ferbuar 1948 mit einem Mann heraus, den Montague vermittelt hatte. Peter Smolka-Smollent, war damals Wien-Korrespondent von The Times – und hatte wie alle anderen Beteiligten viel zu verbergen. Der 1912 in Wien geborene Smolka war Agent für die Weltrevolution. Begonnen hatte alles kurz vor dem Ausbruch der Februarkämpfe 1934. Über eine Bekannte, die kommunistische Aktivistin „Litzy“ Kohlmann, hatte Smolka einen jungen Briten kennengelernt, Harold Adrian Russell Philby, von allen nur „Kim“ genannt.

Der 22jährige war der Sohn eines wohlhabenden Diplomaten und Geschichte-Student in Cambridge. Er war 1933 nach Wien gekommen, um seine Deutschkenntnisse vor Eintritt in den diplomatischen Dienst zu verbessern. Außerdem wollte der begeisterte Marxist Philby einen Beitrag in der sich abzeichnenden Konfrontation zwischen den Sozialdemokraten und dem austrofaschistischen Regime von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß leisten. Als dann am 12. Februar 1934 der viertägige Bürgerkrieg ausbrach, half Philby mit, flüchtende Schutzbündler durch das Wiener Kanalnetz zu schleusen. Bald ging es darum, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Am 24. Februar 1934 heirateten Philby und „Litzy“ im Wiener Rathaus. Sein britischer Reisepass ermöglichte der Braut Schutz und einen Ausweg.

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Harry Lime wird im Film von Orson Welles verkörpert

Im britischen Exil trafen sich Philby und Smolka dann wieder. Gemeinsam gründeten sie die kurzlebige Presseagentur London Continental News, die Nachrichten aus Zentraleuropa an Journalisten vertrieb. Doch beide, Philby und Smolka, führten ein Doppelleben. Smolka, der sich nun Smollent nannte, spionierte unter dem Decknamen „ABO“ für die Sowjetunion. Zu diesem Zeitpunkt war er wegen guter Beziehungen zu Churchills Informationsminister Brendan Bracken zum Leiter der dortigen Soviet Relations Division aufgerückt. Seine Aufgabe war es, Vorbehalte der Bevölkerung abzubauen und dieser das Bündnis gegen das 3. Reich schmackhaft zu machen.

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Am Schulhof wurde der Schatten des flüchtenden Harry Lime an die Wand projiziert

Philby wiederum war 1935 ebenso vom sowjetischen Geheimdienst KGB (damals noch NKWD) angeworben worden. Eine andere jüdische Emigrantin aus Österreich, die Fotografin Edith Tudor-Hart, hatte ihn mit Arnold Deutsch zusammengebracht, der für einen sowjetischen Agentenring rekrutierte – später berühmt als „Cambridge Five“. Auch Deutsch war in Wien geboren worden und hatte dort Chemie/Physik studiert. Seit Anfang der 1930er Jahre in Diensten der Sowjets war er an der philosophischen Fakultät der University of London tätig und hatte es auf kommunistische Sympathisanten unter Studenten abgesehen.

Deutsch sollte 1942 bei einem Schiffsuntergang im Nordatlantik ums Leben kommen. Aber die „Saat“, die er gelegt hatte, ging auf. Die jungen Männer, die er angeworben hatte, waren Angehörige des Establishments – mit Aussicht auf glänzende Karrieren, was sie zur Infiltration des Regierungsapparats prädestinierte. Das erste Opfer, das Philby dafür brachte, war die Trennung von der prononcierten Kommunistin „Litzy“, die später in die DDR emigrierte und in den 1980er Jahren nach Österreich zurückkehrte und 1991 verstarb.

Ihr Ex-Mann dagegen stieg zur Topquelle innerhalb der sogenannten „Cambridge Five“ auf. Gemeinsam war ihnen, dass sie nicht aus Geldgier handelten – sondern aus Idealismus und politischer Überzeugung. Von den Zuständen in der stalinistischen Sowjetunion hatten sie freilich keine Ahnung. Indem Philby und seine Kollegen Guy Burgess, Donald Maclean, Anthony Blunt und John Cairncross Positionen im Schatzamt, dem Außenministerium und im Geheimdienst besetzten, konnten sie dem KGB einen wahren „Schatz“ an Informationen zukommen lassen: Rund 20.000 Seiten Geheimdokumente und Berichte zwischen 1935 und 1951. Allerdings misstraute die sowjetische Führung lange Zeit den „Cambridge Five“ und vermutete ein britisches Täuschungsmanöver.

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1951 wurden die ersten beiden Agenten – Burgess und Maclean – enttarnt. Dem als „dritten Mann“ verdächtigten Philby gelang es noch einmal, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Man versetzte ihn als Journalisten getarnt nach Beirut. Erst 1963 flog seine Tarnung endgültig auf. Philby konnte sich in die Sowjetunion absetzen – auch weil das SIS kein Interesse an weiteren bloßstellenden Untersuchungen hatte. Die vielen Jahre, die Philby danach in Moskau verbrachte, waren von Alkoholismus und Isolation überschattet. Öffentlich geehrt wurde er erst nach seinem Tod am 11. Mai 1988.

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Kim Philby auf einer sowjetischen Briefmarke (Quelle: Wikimedia Commons)

1948 war die Welt für Philby noch in Ordnung: Er war ein aufstrebender Stern im SIS, wo ihn Greene eine Zeit lang als Vorgesetzten gehabt hatte. Insofern war es für Greene sicher aufschlussreich, von Smolka etwas über den Hintergrund Philbys zu erfahren. Die beiden blieben zeitlebens verbunden. Als Philby 1968 im Exil seine Memoiren schrieb, lieferte Greene dazu das Vorwort. Darin deutete er den Verrat Philbys als Geste höheren Glaubens.

Aber schon in „Der dritte Mann“ trägt die Hauptfigur Harry Lime die Züge Philbys. Das beginnt beim Vornamen Harold, der in „Harry“ abgewandelt wird und endet bei jenem dunklen Charme, der sowohl Lime als auch sein reales Vorbild so faszinierend macht.

Smolka hatte Greene aber nicht nur hinsichtlich der Jagd durch die Kanalisation eingeweiht, die zum Showdown im Film wurde. Er erzählte ihm über Elends-Geschäfte der Schleichhändler im Nachkriegs-Wien – insbesondere welche Verheerungen gestrecktes Penicillin anrichtete. Alles war in ein fertiges Manuskript gepackt, für das man Smolka im Juli 1948 210 Pfund bezahlte. Im Film selbst findet sich nur ein gut versteckter Credit. Und zwar gibt ein britischer Offizier, der Lime auf der Spur ist, seinem Fahrer das Kommando: „Take us to Smolka’s!“ und meint damit ein Kellerlokal in der Kärnterstraße. Der reale Smolka sollte mit der Firma Tyrolia Skibindungen noch ein Vermögen machen. Seine Geheimnisse bewahrte er bis zu seinem Tod 1980.

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Greene & Philby verband gemeinsame Zeit beim SIS – u.a. hier in der Londoner Ryder Street (Foto: Autor)

Viele Details in „Der dritte Mann“ lassen das Insiderwissen erahnen, dass sich Greene während seiner Aufenthalte angeeignet hatte. In eben jenen Tagen tobte auf den Straßen ein unerklärter „Schattenkrieg“. Die einstigen Verbündeten des 2. Weltkriegs spionierten sich gegenseitig aus. Wien wurde so Schauplatz von verdeckten Operationen, Schleusungen und konspirativen Treffs. Insbesondere die Sowjets agierten völlig rücksichtslos. Während die West-Agenten relative Immunität genossen, fielen österreichische Informanten nicht unter das „Gentlemen’s Agreement“. Stattdessen wurden sie Opfer von Mord, Entführungen und Erpressung – ebenso wie zahllose Unschuldige, die man der Spionage verdächtigte.

1948 – jenem Jahr, in dem Greene zweimal über mehrere Wochen vor Ort war – wurden bis zu drei Personen pro Tag von sowjetischen Geheimdienstlern und ihren Helferhelfern verschleppt. Der gesetzeslose Zustand trug Wien bei den US-Diensten den Beinamen „Schießstand“ ein. Zu den bekanntesten Fällen zählen die Sektionschefin im Ministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung, Margarethe Ottilinger, Ministerialrat Paul Katscher sowie Kriminalinspektor Anton Marek und sein Untergebener Franz Kiridus. Letztere waren nachrichtendienstliches Schlüsselpersonal: Sie leiteten die „Gruppe 5“, eine Art Privatpolizei des sozialdemokratischen Innenministers Oskar Helmer. Sie waren an Vernehmungen von Flüchtlingen aus dem Ostblock beteiligt und leiteten die gewonnenen Informationen an westliche Dienste weiter. Deswegen wurden die beiden in die Sowjetunion deportiert und erst 1955 wieder freigelassen. Wenn man die schwarzen Limousinen und die Verfolgungsjagden in „Der dritte Mann“ sieht, so gibt das die reale Atmosphäre von damals wieder.

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Ausstellungsbereich zur Nachkriegszeit im Dritte Mann Museum (Foto: Autor)

Erst ab September 1949 ging der US-Army-Geheimdienst Counterintelligence Corps (CIC) robust gegen die kriminellen Handlanger der Sowjets vor. So wurde die Zigarettenschmuggler-Gruppe rund um den Bulgaren Nikolai Borrisow, der sich „Benno Blum“ nannte, bis April 1950 in der Operation Countersnatch zerschlagen. Blum selbst wurde bei einem Festnahmeversuch am 2. April 1950 erschossen. Seine Gang hatte zuvor zahlreiche Kidnappings in sowjetischen Diensten durchgeführt und dabei schwarze Chevrolets benutzt.

In vielerlei Hinsicht könnte auch Blum mit Vorbild für den fiktiven Lime gewesen sein. Gut möglich, dass seine Aktivitäten unter dem alliierten Geheimdienstpersonal, mit dem Greene Umgang hatte, bereits Thema waren.

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Auszug aus The Pragque Coup (Jean-Luc Fromental/Hyman Miles/Titan Comics)

Noch schwieriger sind solche Parallelen bei einem spektakulären Mordfall zu begründen: Acht Tage nachdem dann die Dreharbeiten für den „dritten Mann“ letztlich begonnen hatten, kam es 30. Oktober 1948 zu einem schauerlichen, bis heute ungeklärten Mord. Auf einer Landstraße nahe der Vösendorfer Ziegelteiche fand sich die Leiche des US-Beamten und mutmaßlichen Agenten Irving Ross. Wie der fiktive US-Journalist Holly Martins im Film, hatte sich Ross für eine Geflüchtete aus dem Ostblock eingesetzt und ihr Dokumente verschafft. Ebenso wie Martins dürfte sich Ross Hals über Kopf in eine Auseinandersetzung mit einem Schwarzmarkt-Ring verstrickt haben, wenngleich es für ihn in dieser Sache kein Happy End gegeben hatte.

Das Shooting dauerte noch bis Anfang Dezember 1948. Im darauffolgenden Jahr kam der Streifen ins Kino und ist bis heute ein legendärer Klassiker. Das wahre Verständnis des Films, seine Tiefe und sein Realismus erschließen sich aber vor allem aus der beschriebenen „geheimen“ Entstehungsgeschichte.

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Harry Lime im Dritte Mann Museum (Foto: Autor)

Hinweis: Alle Infos zum Dritte Mann Museum unter http://www.3mpc.net/