DIE OPEC-GEISELNAHME IN WIEN 1975: EINE ANALYSE 40 JAHRE DANACH

Nie zuvor befanden sich so viele hochrangige Politiker in den Händen von Terroristen: Die Geiselnahme während der Ministerkonferenz der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC)  in Wien am 21. Dezember 1975 nimmt bis heute eine Sonderstellung in der Geschichte des modernen Terrorismus ein. Ein sechsköpfiges Kommando, angeführt von dem damals 26jährigen Venezolaner Ilich Ramirez Sanchez  (besser bekannt als „Carlos“), hatte insgesamt 62 Geiseln genommen, darunter 11 Erdölminister. Es gab drei Tote zu beklagen: einen österreichischen Polizisten, einen irakischen Leibwächter und einen libyschen OPEC-Delegierten. Österreichs Bundeskanzler Bruno Kreisky  handelte schließlich die Ausreise des Terrorkommandos und eines Teils der Geiseln nach Algerien aus, wo die Minister nach einem nervenaufreibenden Hin- und Herflug zwischen Tripolis und Algier am 23. Dezember 1975 freikamen.

Der „Coup“ von Wien erregte damals weltweite Aufmerksamkeit. Kürzlich meinte der Journalist und zeitweilige Agent des Bundesnachrichtendiensts (BND), Wilhelm Dietl: „Der Terroranschlag auf die OPEC-Konferenz war eine der größten Medienkampagnen aller Zeiten – also, man kann das vergleichen mit 9/11.“

Im Rahmen eines im Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (IPSS) erschienen Beitrags werden folgende Aspekte herausgestrichen: (1.) Der Vergleich mit der heutigen terroristischen Bedrohung; (2.) die Sicherheitsdefizite, die die Geiselnahme erst möglich machten; (3.) das politische Krisenmanagement; (4.) die ungenügende Strafverfolgung und (5.) die Konsequenzen für die österreichische Herangehensweise an das Terrorismusproblem Ende der 1970er und 1980er Jahre.

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Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies, Vol. 10. Nr. 1/2016, 44 – 68.

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