Dr. Bull, die Superkanone & das „Projekt Babylon“

1990 erregt ein spektakulärer Mordfall weltweite Aufmerksamkeit: In Brüssel wird der kanadische Ingenieur und Waffenhändler Gerald Bull erschossen aufgefunden. Zuletzt hatte Bull an dem aberwitzig anmutenden „Projekt Babylon“ gearbeitet – nämlich den Irak mit einer „Superkanone“ aufzurüsten. Davor hatte Bull auch das Design eben jener Noricum-Haubitze verkauft, die Ende der 1980er Jahre zum Dreh- und Angelpunkt eines der schwersten Politskandale in Österreich wurde. Nun tauchte Bulls Name in den „Paradise Papers“ (http://bit.ly/2AJoPYrauf. Ein guter Anlass, sich diesen „Lord of War“ in Erinnerung zu rufen.

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„Wenn’s aus is, ist’s halt aus“ : Zur Palmers-Entführung vor 40 Jahren

Am 9. November 1977 wurde Walter Michael Palmers, einer der wichtigsten Textilindustriellen Österreichs, von Angehörigen der Bewegung 2. Juni auf offener Straße in Wien entführt und vier Tage lang gefangen gehalten. Der aus der Bundesrepublik Deutschland (BRD) stammenden linksterroristischen Gruppe ging es um „Geldbeschaffung“ für den Wiederaufbau ihrer Strukturen. Die österreichischen Studenten Thomas Gratt, Othmar Keplinger und Reinhard Pitsch  leisteten Unterstützung, wobei nur Gratt voll integriert wurde. Es gelang, ein Lösegeld von rund 31 Millionen Schilling zu erpressen. Danach konnten sich die Mitglieder der Bewegung 2. Juni  absetzen, während die österreichischen Mithelfer festgenommen wurden. All das ereignete sich kurz nach dem „Deutschen Herbst“ , dem symbolischen Höhepunkt des Linksterrorismus in der BRD, was kurzfristig Befürchtungen nährte, die Gewalt sei auf Österreich übergesprungen.

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