Raketen gegen Israel: Zur Rolle von Österreichern im ägyptischen Rüstungsprogramm & der Operation Damokles

Wien, Ende Oktober 1962: In der israelischen Botschaft wird ein Unbekannter vorstellig. Er will sofort mit einem hochrangigen Diplomaten sprechen: „Mein Name ist Otto Joklik und ich kann ihnen Informationen über die Arbeit geben, die ich für ägyptische Militärprojekte gemacht habe.“ Was Joklik dann erzählt, wird Schockwellen rund um den Globus aussenden. Eine teuflische Verschwörung sei im Gange, um Israel auszulöschen: Schon bald befände sich Tel Aviv in Reichweite ägyptischer Mittelstreckenraketen, deren Gefechtsköpfe mit radioaktivem Abfall gefüllt seien.

Jokliks Angaben bestätigen die schlimmsten Befürchtungen des Mossad. Der israelische Geheimdienst verfolgt das Rüstungsprogramm des ägyptischen Präsidenten Nasser seit längerem mit Besorgnis. Denn es wird von deutschen und österreichischen Wissenschaftler und Technikern vorangetrieben, die schon für das Dritte Reich gearbeitet haben. Offenbar soll nun im Verbund mit Nasser die „Endlösung“ verwirklicht werden.

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„Die Angst der Reichen“: Der vergessene Entführungsfall Böhm vor 40 Jahren

Nur wenige Wochen nach der Palmers-Entführung wurde Österreich von einem ganz ähnlichen Verbrechen erschüttert. Am Montag, 12. Dezember 1977, erhielt der Inhaber der Textilkette „Schöps“, Leopold Böhm (1922-2007), auf einer Geschäftsreise in Italien einen Anruf des Wiener Polizeipräsidenten Karl Reidinger: „Ihre Frau ist entführt worden.“ 40 Jahre später ist die Böhm-Entführung in Vergessenheit geraten. Dabei handelte es sich um einen Wendepunkt in der Entwicklung der inneren Sicherheit in Österreich.

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Dr. Bull, die Superkanone & das „Projekt Babylon“

1990 erregt ein spektakulärer Mordfall weltweite Aufmerksamkeit: In Brüssel wird der kanadische Ingenieur und Waffenhändler Gerald Bull erschossen aufgefunden. Zuletzt hatte Bull an dem aberwitzig anmutenden „Projekt Babylon“ gearbeitet – nämlich den Irak mit einer „Superkanone“ aufzurüsten. Davor hatte Bull auch das Design eben jener Noricum-Haubitze verkauft, die Ende der 1980er Jahre zum Dreh- und Angelpunkt eines der schwersten Politskandale in Österreich wurde. Nun tauchte Bulls Name in den „Paradise Papers“ (http://bit.ly/2AJoPYrauf. Ein guter Anlass, sich diesen „Lord of War“ in Erinnerung zu rufen.

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Wie die „Cobra“ giftig wurde

Vor 40 Jahre, im Herbst 1977, erschüttert der Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) die Bundesrepublik Deutschland: Prominentestes Opfer ist Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, der entführt und später ermordet wird. In Österreich löst das Nervosität aus. Allen voran Bundeskanzler Bruno Kreisky befürchtet ein Übergreifen der Gewalt – auch deshalb, weil die Republik schlecht darauf vorbereitet ist. Innerhalb weniger Monate kommt es zu einer grundlegenden Wende in der Sicherheitspolitik: Bereits am 1. Jänner 1978 verfügt Österreich mit dem Gendarmerieeinsatzkommando (GEK), dem heutigen Einsatzkommando Cobra (EKO Cobra), über eine professionelle Antitterroreinheit. Lange unter Verschluss gehaltene Dokumente ermöglichen erstmals einen detaillierten Einblick in Gründungsgeschichte der „Cobra“.

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Das Geiseldrama von Marchegg & die bislang unbekannte Rolle der Stasi

Vor 44 Jahren wurden russische Juden am Grenzbahnhof Marchegg von palästinensischen Terroristen als Geiseln genommen. Es war eine der schwersten Krisen in der Geschichte der 2. Republik. So viel ist bekannt. Neue Dokumente zeigen: Ausgerechnet das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) durchkreuzte zufälligerweise noch weitergehende Pläne der Terroristen. Zwei von ihnen wurden „abgefangen“. Womit deutlich wird: Das angeblich symbiotische Verhältnis zwischen Ostblock-Staaten und dem „internationalen Terrorismus“ war wesentlich komplizierter.
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„Wiener Club“: Der Aufbau von Antiterror-Strukturen in Österreich

Der Aufbau von Antiterror-Strukturen in Österreich war ein langwieriger Prozess. Der Durchbruch kam erst Ende der 1970er Jahre. Und mit dem Wiener Club wurde ein internationales Gremium zur Terrorbekämpfung gegründet, das heute in Vergessenheit geraten ist.

Erschienen in: Öffentliche Sicherheit, Nr. 2/2017, 47-51.

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Was wusste Bruno Kreisky? Der österreichische Außenminister und der Konflikt in Südtirol

Man stelle sich vor: Ein amtierender Außenminister empfängt mehrmals Anführer einer Untergrundbewegung, die gerade im benachbarten Ausland Sprengstoffattentate vorbereitet – und er trifft sie keineswegs im Verborgenen, sondern in seinem Amtssitz und bei sich zuhause. Abschließend geht’s einmal in eine Gaststätte. All das hat Bruno Kreisky während des Südtirolkonflikts in den frühen 1960er Jahren getan – ausgerechnet jener Kreisky, der 1970 zum langjährigen Bundeskanzler aufrückt. Noch heute wird er vor allem wegen seiner Friedens- und Neutralitätspolitik gewürdigt. Weniger präsent sind dagegen Kreiskys Verbindungen zum Befreiungsausschuss Südtirol (BAS).

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