DDR-Spionage: Mythos und Realität

Der hier zu besprechende Band DDR-Spionage bietet einen erkenntnisreichen Überblick zu den Aktivitäten der Auslandsspionage des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Die Herausgeber Helmut Müller-Enbergs und Thomas Wegener Friis haben eine diesbezügliche Aufsatzsammlung zusammengestellt. Auf Basis von Primärquellenrecherchen in bundesdeutschen und Archiven im europäischen Ausland wird nachgezeichnet, wie die Geheimdienste der DDR in zehn Ländern – darunter Frankreich, Großbritannien und den USA – Spionage betrieben haben. Angesichts des aktuellen populärkulturellen Interesses an der Tätigkeit der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des MfS in der TV-Serie »Deutschland 83«, »86« und »89« (drei Staffeln, 2015 und seit 2018) ist der Sammelband ein gutes Korrektiv.

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Interview mit Werner Stiller, 2013

2013 hatte ich Gelegenheit, ein Gespräch mit Werner Stiller in Budapest zu führen. Thema war der Technologieschmuggel über Österreich in den Ostblock während des Kalten Krieges. Das Interview wurde im Rahmen eines Artikels für das Journal for Intelligence, Security and Propaganda Studies veröffentlicht. Stiller hatte 1979 erste Hinweise auf die Tätigkeit eines besonders aktiven Schmugglerrings in Wien geliefert. Involviert waren damals Rudolf Proksch, später bekannt durch die Lucona-Affäre, sowie der Besitzer des Gutruf, Rudi Wein. Stiller ging auch davon aus, dass Proksch ein Agent der Stasi gewesen sei – hatte dafür aber keinen Beleg.

Interview

Gesamter Artikel:

Die Wiener Residentur der Stasi