„Wiener Club“: Der Aufbau von Antiterror-Strukturen in Österreich

Der Aufbau von Antiterror-Strukturen in Österreich war ein langwieriger Prozess. Der Durchbruch kam erst Ende der 1970er Jahre. Und mit dem Wiener Club wurde ein internationales Gremium zur Terrorbekämpfung gegründet, das heute in Vergessenheit geraten ist.

Erschienen in: Öffentliche Sicherheit, Nr. 2/2017, 47-51.

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Was wusste Bruno Kreisky? Der österreichische Außenminister und der Konflikt in Südtirol

Man stelle sich vor: Ein amtierender Außenminister empfängt mehrmals Anführer einer Untergrundbewegung, die gerade im benachbarten Ausland Sprengstoffattentate vorbereitet – und er trifft sie keineswegs im Verborgenen, sondern in seinem Amtssitz und bei sich zuhause. Abschließend geht’s einmal in eine Gaststätte. All das hat Bruno Kreisky während des Südtirolkonflikts in den frühen 1960er Jahren getan – ausgerechnet jener Kreisky, der 1970 zum langjährigen Bundeskanzler aufrückt. Noch heute wird er vor allem wegen seiner Friedens- und Neutralitätspolitik gewürdigt. Weniger präsent sind dagegen Kreiskys Verbindungen zum Befreiungsausschuss Südtirol (BAS).

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General, Spion & Waffenhändler: Als „Cary“ sein Glück verließ

Wortlos verließ Karl Ferdinand Freiherr von Lütgendorf an diesem 9. Oktober 1981 sein Bauernhaus in Schwarzau am Gebirge (NÖ). Die Ehefrau hatte ihn gerade zum Mittagessen gerufen. Doch „Cary“, wie sie ihn nannte, stieg ins Auto und fuhr weg. Emmy Lütgendorf machte sich schließlich Sorgen und fuhr dem Gatten nach. Gegen 13.20 Uhr fand sie den Lada Taiga vier km weiter auf einem Wendeplatz vor. Der Motor war abgestellt, beide Türen waren geschlossen. Am Lenkersitz saß der 67jährige Lütgendorf – aus Gesicht, Nase und Ohren blutend. In der rechten Hand hielt er noch einen Smith & Wesson-Revolver. Der Tod des ehemaligen Verteidigungsministers ist bis heute Gegenstand von Spekulationen.

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„So viele Juden als nur möglich umbringen“: Der Wiener Synagogenanschlag vor 35 Jahren

Anfang August 1981 erhielt der 21jährige Palästinenser Husham Rajih einen Brief ohne Absender – auf einem halben Bogen weißen Papiers stand mit Kugelschreiber sinngemäß geschrieben: „Ich treffe dich in zwei Tagen oberhalb der Opernpassage, nächst der Oper!“ Nachdem er die Mitteilung gelesen hatte, zerriss Rajih den Brief und warf alles in den Hauscontainer: „Ich erschien so wie im Brief mitgeteilt, zwei Tage nach dem Erhalt des Schreibens, am vereinbarten Ort, Opernpassage nächst der Oper.“ Dort wurde Rajih dann von einem Araber angesprochen: Es war sein Führungsoffizier Bahij Younis – beide waren Angehörige der berüchtigten Abu-Nidal-Organisation (ANO). In deren Auftrag hatte Rajih wenige Monate zuvor, am 1. Mai 1981, den Wiener Verkehrsstadtrat Heinz Nittel erschossen. Nun ging es um eine weitere, noch größer angelegte Operation: Einen Überfall auf die Synagoge in der Wiener Seitenstettengasse.
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DIE OPEC-GEISELNAHME IN WIEN 1975: EINE ANALYSE 40 JAHRE DANACH

Nie zuvor befanden sich so viele hochrangige Politiker in den Händen von Terroristen: Die Geiselnahme während der Ministerkonferenz der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC)  in Wien am 21. Dezember 1975 nimmt bis heute eine Sonderstellung in der Geschichte des modernen Terrorismus ein. Ein sechsköpfiges Kommando, angeführt von dem damals 26jährigen Venezolaner Ilich Ramirez Sanchez  (besser bekannt als „Carlos“), hatte insgesamt 62 Geiseln genommen, darunter 11 Erdölminister. Es gab drei Tote zu beklagen: einen österreichischen Polizisten, einen irakischen Leibwächter und einen libyschen OPEC-Delegierten. Österreichs Bundeskanzler Bruno Kreisky  handelte schließlich die Ausreise des Terrorkommandos und eines Teils der Geiseln nach Algerien aus, wo die Minister nach einem nervenaufreibenden Hin- und Herflug zwischen Tripolis und Algier am 23. Dezember 1975 freikamen.

Der „Coup“ von Wien erregte damals weltweite Aufmerksamkeit. Kürzlich meinte der Journalist und zeitweilige Agent des Bundesnachrichtendiensts (BND), Wilhelm Dietl: „Der Terroranschlag auf die OPEC-Konferenz war eine der größten Medienkampagnen aller Zeiten – also, man kann das vergleichen mit 9/11.“

Im Rahmen eines im Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (IPSS) erschienen Beitrags werden folgende Aspekte herausgestrichen: (1.) Der Vergleich mit der heutigen terroristischen Bedrohung; (2.) die Sicherheitsdefizite, die die Geiselnahme erst möglich machten; (3.) das politische Krisenmanagement; (4.) die ungenügende Strafverfolgung und (5.) die Konsequenzen für die österreichische Herangehensweise an das Terrorismusproblem Ende der 1970er und 1980er Jahre.

Mehr lesen:

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Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies, Vol. 10. Nr. 1/2016, 44 – 68.

http://www.acipss.org/journalbestellung

„Im Fadenkreuz des Terrorismus“

Terrorismus ist in Österreich bislang selten geblieben. Von der Intensität her war der Nahostterrorismus die bedeutendste Herausforderung. Zwischen 1973 und 1985 war besonders Wien ein Nebenschauplatz des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern sowie zwischen arabischen Gruppen untereinander. In diese Zeitspanne fallen die Geiselnahmen von Schönau (1973) und im Wiener OPEC-Hauptquartier (1975), der Mord am Wiener Stadtrat Heinz Nittel (1981), der Wiener Synagogenanschlag (1981) und das Flughafenattentat in Schwechat (1985).

Mehr lesen – Beitrag erschienen in „zeitreise österreich“, Nr. 1/2016, 68-71.

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