„Schmolka!“: Die Spionagegeschichte hinter „Der dritte Mann“

Vor 70 Jahren wurde in Wien ein Film gedreht, der wie kein anderer sinnbildlich für Spionage steht: „Der dritte Mann“. Doch dieses Thema kommt darin gar nicht vor. Erzählt wird eine Krimi-Geschichte, die Jagd auf einen Schwarzmarkt-Ring. Und dennoch ist „Der dritte Mann“ untrennbar mit der Schattenwelt der Geheimdienste verbunden. Das hängt zunächst mit dem Schauplatz zusammen: Dem zerbombten Wien des frühen Kalten Kriegs. Kaum reflektiert wird dagegen, dass es in der Entstehungsgeschichte des Films nur so von Geheimdienstlern wimmelt: vom Produzenten (Alexander Korda), über den Autor der Romanvorlage (Graham Greene) bis hin zum realen Vorbild der Hauptfigur „Harry Lime“ (Kim Philby). Noch dichter war es hinter den Kulissen, wo eine frühere US-Agentin als Assistentin und ein mutmaßlicher KGB-Agent als Stichwortgeber agierten. Hinter „Der dritte Mann“ verbirgt sich eine Spionagegeschichte rund um Verrat und menschliche Abgründe.

Als man Wien den „Schießstand“ nannte

Vor 70 Jahren tobt in Österreich ein Geheimdienstkrieg: Es finden Entführungen auf offener Straße stat und Putschgerüchte machen die Runde. 1948 befindet sich der der Kalte Krieg in Österreich in einer besonders „heißen Phase“. All das inspiriert den Filmklassiker „Der Dritte Mann“. 

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„Bevorzugtes Operationsgebiet“

Ende Juni 2018 ließ der Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, aufhorchen: Österreich sei nach wie vor „ein privilegierter Bereich der Operationen“ von Geheim- und Nachrichtendiensten aus aller Welt. Jedoch sei Wien nun hinsichtlich der Dichte der Präsenz von der EU-Hauptstadt Brüssel, überholt worden. Die Anzahl der hierzulande tätigen Spione sei eine Community von knapp 1.000 Personen. Dieser Artikels bietet einen Überblick dazu, welche konkreten Operationen in den letzten Jahren bekannt geworden sind.

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Im Schatten des „Goldenen Sterns“

Auch wenn es noch zu früh ist, die Ermittlungen gegen drei Beamte des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) zu kommentieren, sind einige bekanntgewordene Details aufschlussreich. Die suspendierten Beamten stammen aus der Abteilung II, Nachrichtendienst und Proliferation – also einer Einheit, die für Ermittlungen in Sachen Weiterverbreitung bzw. Weitergabe von Massenvernichtungswaffen zuständig ist. Es geht um den Verdacht der Veruntreuung von Informanten-Geldern und Datenmissbrauch. Bei den Daten soll es unter anderem um Nordkorea gehen – und hier insbesondere um eine Affäre rund um die Weitergabe von Passdokumenten.

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Weniger „sensible Informationen“ an Österreichs Nachrichtendienste?

Ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19. Jänner 2018 hat viel Aufsehen erregt. Demnach habe sich Bundeskanzlerin Angela Merkel beim kurz davor erfolgten Besuch von Sebastian Kurz in Berlin besorgt darüber geäußert, „dass die FPÖ mit dem Innen-, Verteidigungs- und dem Außenministerium Schlüsselressorts besetze, an die im Zuge des Austausches der Dienste sensible Informationen geleitet würden“. Erkenntnisse könnten nach Moskau gelangen, „die es den dortigen Nachrichtendiensten ermöglichten, Rückschlüsse auf die Quellen westlicher Dienste zu ziehen. Wien müsse daher darauf vorbereitet sein, dass westliche Dienste nicht mehr in gleichem Maße Informationen teilen würden.“ 

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