„Aug um Aug“: Als der Südtirol-Terrorismus auf Österreich umschlug

Vor 50 Jahren ging der Südtirolkonflikt in die besonders blutige Schlussphase – aber immer mehr Archivfunde sprechen für geheimdienstliche Ränkespiele, inklusive Vergeltungsattentate auf österreichischem Boden.

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Tauziehen um das Abu-Nidal-„Terrorgeld“

Seit 2000 sind mittlerweile mehr als 20 Millionen Euro auf einem Konto der Bank Austria eingefroren. Das Konto mit der Nr. 132195566 war am 4. August 1982 bei der damaligen Länderbank eröffnet worden – und zwar von der jordanischen Staatsbürgerin Halimeh Almughrabi. Zwischen 1982 und 1987 wurde die Millionensumme in vier Tranchen einbezahlt. Nach Ansicht der Ermittler fungierte Almughrabi dabei nur als „Strohfrau“ für ihren Ehemann Samir Najmeddin, dem 1984 eine Kontrollvollmacht für das Konto eingeräumt wurde. Der 1939 geborene Najmeddin, Kampfname „Abu Nabil“, war niemand Geringerer als der Finanzfachmann der berüchtigten Abu-Nidal-Organisation (ANO) und für alle Auslandsinvestitionen zuständig.

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„So viele Juden als nur möglich umbringen“: Der Wiener Synagogenanschlag vor 35 Jahren

Anfang August 1981 erhielt der 21jährige Palästinenser Husham Rajih einen Brief ohne Absender – auf einem halben Bogen weißen Papiers stand mit Kugelschreiber sinngemäß geschrieben: „Ich treffe dich in zwei Tagen oberhalb der Opernpassage, nächst der Oper!“ Nachdem er die Mitteilung gelesen hatte, zerriss Rajih den Brief und warf alles in den Hauscontainer: „Ich erschien so wie im Brief mitgeteilt, zwei Tage nach dem Erhalt des Schreibens, am vereinbarten Ort, Opernpassage nächst der Oper.“ Dort wurde Rajih dann von einem Araber angesprochen: Es war sein Führungsoffizier Bahij Younis – beide waren Angehörige der berüchtigten Abu-Nidal-Organisation (ANO). In deren Auftrag hatte Rajih wenige Monate zuvor, am 1. Mai 1981, den Wiener Verkehrsstadtrat Heinz Nittel erschossen. Nun ging es um eine weitere, noch größer angelegte Operation: Einen Überfall auf die Synagoge in der Wiener Seitenstettengasse.
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„Explosion bei der Opernkreuzung!“ Der Alitalia-Anschlag vor 50 Jahren

Um 4.45 Uhr früh am 20. August 1966 detonierte eine 4-Kilo-Bombe vor dem Alitalia-Büro am Kärntner Ring, das schon 1961 ein Ziel gewesen war. „Einer Detonation, die zunächst für einen Blitzschlag gehalten wurde, folgte eine starke Staubwolke, gleichzeitig wurde das Geräusch berstender Glasscheiben gehört“, hieß es in der Arbeiter-Zeitung. Das Geschäftsportal wurde zertrümmert und der entstandene Schaden mit zwei Millionen Schilling beziffert. Die Druckwelle zerbarst weiters die Auslagen und Einrichtungen benachbarter Geschäfte sowie die Verglasungen der Abgänge zur Opernpassage. Nur durch Zufall gab es keine Opfer – zum Zeitpunkt der Explosion war ein starker Gewitterregen niedergegangen und die Straßen waren dadurch „fast menschenleer“.

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DIE OPEC-GEISELNAHME IN WIEN 1975: EINE ANALYSE 40 JAHRE DANACH

Nie zuvor befanden sich so viele hochrangige Politiker in den Händen von Terroristen: Die Geiselnahme während der Ministerkonferenz der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC)  in Wien am 21. Dezember 1975 nimmt bis heute eine Sonderstellung in der Geschichte des modernen Terrorismus ein. Ein sechsköpfiges Kommando, angeführt von dem damals 26jährigen Venezolaner Ilich Ramirez Sanchez  (besser bekannt als „Carlos“), hatte insgesamt 62 Geiseln genommen, darunter 11 Erdölminister. Es gab drei Tote zu beklagen: einen österreichischen Polizisten, einen irakischen Leibwächter und einen libyschen OPEC-Delegierten. Österreichs Bundeskanzler Bruno Kreisky  handelte schließlich die Ausreise des Terrorkommandos und eines Teils der Geiseln nach Algerien aus, wo die Minister nach einem nervenaufreibenden Hin- und Herflug zwischen Tripolis und Algier am 23. Dezember 1975 freikamen.

Der „Coup“ von Wien erregte damals weltweite Aufmerksamkeit. Kürzlich meinte der Journalist und zeitweilige Agent des Bundesnachrichtendiensts (BND), Wilhelm Dietl: „Der Terroranschlag auf die OPEC-Konferenz war eine der größten Medienkampagnen aller Zeiten – also, man kann das vergleichen mit 9/11.“

Im Rahmen eines im Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (IPSS) erschienen Beitrags werden folgende Aspekte herausgestrichen: (1.) Der Vergleich mit der heutigen terroristischen Bedrohung; (2.) die Sicherheitsdefizite, die die Geiselnahme erst möglich machten; (3.) das politische Krisenmanagement; (4.) die ungenügende Strafverfolgung und (5.) die Konsequenzen für die österreichische Herangehensweise an das Terrorismusproblem Ende der 1970er und 1980er Jahre.

Mehr lesen:

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Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies, Vol. 10. Nr. 1/2016, 44 – 68.

http://www.acipss.org/journalbestellung

Zum Kinostart von „Anthropoid“: Das Attentat auf den „Henker von Prag“

Hollywood ist stets auf der Suche nach neuen Geschichten. Nun hat man eine der erfolgreichsten Aktionen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus adaptiert. Unter dem Titel Anthropoid wird mit dem US-Kinostart am 12. August 2016 das Attentat auf eine Schlüsselfigur des NS-Regimes thematisiert. Gegen Ende des Jahres folgt dazu noch die französische Produktion HHhH.

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„Im Fadenkreuz des Terrorismus“

Terrorismus ist in Österreich bislang selten geblieben. Von der Intensität her war der Nahostterrorismus die bedeutendste Herausforderung. Zwischen 1973 und 1985 war besonders Wien ein Nebenschauplatz des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern sowie zwischen arabischen Gruppen untereinander. In diese Zeitspanne fallen die Geiselnahmen von Schönau (1973) und im Wiener OPEC-Hauptquartier (1975), der Mord am Wiener Stadtrat Heinz Nittel (1981), der Wiener Synagogenanschlag (1981) und das Flughafenattentat in Schwechat (1985).

Mehr lesen – Beitrag erschienen in „zeitreise österreich“, Nr. 1/2016, 68-71.

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