Was wusste Bruno Kreisky? Der österreichische Außenminister und der Konflikt in Südtirol

Man stelle sich vor: Ein amtierender Außenminister empfängt mehrmals Anführer einer Untergrundbewegung, die gerade im benachbarten Ausland Sprengstoffattentate vorbereitet – und er trifft sie keineswegs im Verborgenen, sondern in seinem Amtssitz und bei sich zuhause. Abschließend geht’s einmal in eine Gaststätte. All das hat Bruno Kreisky während des Südtirolkonflikts in den frühen 1960er Jahren getan – ausgerechnet jener Kreisky, der 1970 zum langjährigen Bundeskanzler aufrückt. Noch heute wird er vor allem wegen seiner Friedens- und Neutralitätspolitik gewürdigt. Weniger präsent sind dagegen Kreiskys Verbindungen zum Befreiungsausschuss Südtirol (BAS).

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„Werwölfe”, Geheimbündler und Südtirol-„Bumser”: Die Anfänge des Rechtsterrorismus in Österreich

Die Frühphase des Rechtsterrorismus in der Zweiten Republik ist bislang kaum Gegenstand der Forschung gewesen. Daher werden im Rahmen dieses Artikels die wichtigsten Ereignisse, Organisationen und Akteure vom Ende der 1940er bis zum Ende der 1960er Jahre in chronologischer Reihenfolge aufgearbeitet – und zwar auf Basis von Primärquellen aus dem Österreichischen Staatsarchivs/Archiv der Republik. Im Fokus stehen die Anfänge des Rechtsterrors, weil sie besonders virulent und prägend für die weitere Entwicklung waren. Zahlreiche „Szenegrößen“ begannen ihr Engagement in diesen Jahren.

Spätestens ab Ende der 1940er Jahre wurden Organisationen und Strukturen etabliert, die sich auf europäischer Ebene vernetzten und lange nachwirkten. Und es kam zu ersten Anschlagserien: 1951 machte der Geheimbund „Die schwarze Schnur“ auf sich aufmerksam, 1955 flog die selbsternannte antikommunistische Partisanengruppe „SSV Kuenring“ auf, bevor sie Aktionen durchführen konnte. Den Höhepunkt bildete eine Welle von Anschlägen im Jahr 1961. Nur durch Zufall waren keine Opfer zu beklagen. Dafür wurden einige der zentralen Symbole der jungen Nachkriegsdemokratie getroffen: Mehrmals die Rückfront des Parlaments und das Republikdenkmal.

Mehr lesen: Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies, Vol. 10 NR. 2/2016, 81-118.

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Fritz Buchta und die „Schwarze Schnur“

1951 gründete ein Gruppe Wiener Jugendlicher nach dem Vorbild der HJ den Geheimbund „Schwarze Schnur“. Schon bald ging man dazu über, Anschläge zu unternehmen: Gegen Lokale der KPÖ und antifaschistische Filmvorführungen. Auch war geplant, im Kriegsfall zwischen Ost und West in den Partisanenkampf überzugehen. Treibende Kraft war der damals 17jährige Sprengstoffbastler Fritz Buchta, der noch 1958 in einen ungewöhnlichen Raubmord verwickelt werden sollte.

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„Partisanenspiele“ oder mehr? Die vergessene Geschichte des „SSV Kuenring“

Ende April 1959 flog die selbsternannte antikommunistische Partisanengruppe „SSV Kuenring“ auf, bevor sie Aktionen durchführen konnte. Unter Anleitung eines Zugführers des Bundesheers hatten die durchwegs „national“ gesinnten Jugendlichen die Sprengung von Wiener Donaubrücken geplant und paramilitärische Übungen abgehalten. Angeblich diente dies zur Vorbereitung auf eine mögliche Invasion der Roten Armee. Aber es gab auch Hinweise auf andere Hintergründe. Das ergeben neue Recherchen zur Frühphase des österreichischen Rechtsterrorismus, die gegen Jahresende veröffentlicht werden.

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„Aug um Aug“: Als der Südtirol-Terrorismus auf Österreich umschlug

Vor 50 Jahren ging der Südtirolkonflikt in die besonders blutige Schlussphase – aber immer mehr Archivfunde sprechen für geheimdienstliche Ränkespiele, inklusive Vergeltungsattentate auf österreichischem Boden.

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Tauziehen um das Abu-Nidal-„Terrorgeld“

Seit 2000 sind mittlerweile mehr als 20 Millionen Euro auf einem Konto der Bank Austria eingefroren. Das Konto mit der Nr. 132195566 war am 4. August 1982 bei der damaligen Länderbank eröffnet worden – und zwar von der jordanischen Staatsbürgerin Halimeh Almughrabi. Zwischen 1982 und 1987 wurde die Millionensumme in vier Tranchen einbezahlt. Nach Ansicht der Ermittler fungierte Almughrabi dabei nur als „Strohfrau“ für ihren Ehemann Samir Najmeddin, dem 1984 eine Kontrollvollmacht für das Konto eingeräumt wurde. Der 1939 geborene Najmeddin, Kampfname „Abu Nabil“, war niemand Geringerer als der Finanzfachmann der berüchtigten Abu-Nidal-Organisation (ANO) und für alle Auslandsinvestitionen zuständig.

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„Explosion bei der Opernkreuzung!“ Der Alitalia-Anschlag vor 50 Jahren

Um 4.45 Uhr früh am 20. August 1966 detonierte eine 4-Kilo-Bombe vor dem Alitalia-Büro am Kärntner Ring, das schon 1961 ein Ziel gewesen war. „Einer Detonation, die zunächst für einen Blitzschlag gehalten wurde, folgte eine starke Staubwolke, gleichzeitig wurde das Geräusch berstender Glasscheiben gehört“, hieß es in der Arbeiter-Zeitung. Das Geschäftsportal wurde zertrümmert und der entstandene Schaden mit zwei Millionen Schilling beziffert. Die Druckwelle zerbarst weiters die Auslagen und Einrichtungen benachbarter Geschäfte sowie die Verglasungen der Abgänge zur Opernpassage. Nur durch Zufall gab es keine Opfer – zum Zeitpunkt der Explosion war ein starker Gewitterregen niedergegangen und die Straßen waren dadurch „fast menschenleer“.

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