Der hier zu besprechende Band DDR-Spionage bietet einen erkenntnisreichen Überblick zu den Aktivitäten der Auslandsspionage des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Die Herausgeber Helmut Müller-Enbergs und Thomas Wegener Friis haben eine diesbezügliche Aufsatzsammlung zusammengestellt. Auf Basis von Primärquellenrecherchen in bundesdeutschen und Archiven im europäischen Ausland wird nachgezeichnet, wie die Geheimdienste der DDR in zehn Ländern – darunter Frankreich, Großbritannien und den USA – Spionage betrieben haben. Angesichts des aktuellen populärkulturellen Interesses an der Tätigkeit der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des MfS in der TV-Serie »Deutschland 83«, »86« und »89« (drei Staffeln, 2015 und seit 2018) ist der Sammelband ein gutes Korrektiv.
Weiterlesen „DDR-Spionage: Mythos und Realität“Neue Publikation: Österreichs geheime Dienste
Seit dem Skandal rund um die 2018 erfolgte Hausdurchsuchung im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) sind Österreichs Nachrichtendienste in aller Munde. Doch kaum jemand kann mit diesem „sperrigen“ Thema viel anfangen. Zwar gilt Wien mittlerweile als „Welthauptstadt der Spione“, aber es herrscht das Gefühl vor, nicht wirklich betroffen zu sein – ganz gleich ob es um Spionage, Cyberkrieg, Terrorismus oder „hybride“ Bedrohungen geht. In meinem neuen Buch nehme ich daher eine historische Analyse der österreichischen Nachrichtendienste vor und skizziere die aktuellen Herausforderungen. Es ist an der Zeit, diese geheime Geschichte zu erzählen.
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Es folgt ein Auszug aus Österreichs geheime Dienste. Vom Dritten Mann zur BVT-Affäre:
Weiterlesen „Neue Publikation: Österreichs geheime Dienste“„Bei der RAF waren sie nicht!“
Es war eine Szene wie aus einem Western. Vor 20 Jahren, am 15. September 1999, fragte eine Polizistin zwei Verdächtigte an der Ecke Wagramer Straße/Schrickgasse in Wien-Donaustadt nach dem Ausweis. Die beiden – ein Mann und eine Frau – waren einem Anrainer aufgefallen. Seit mehreren Wochen hatte sich das Duo mit auffälligen Kappen und Sonnenbrillen an derselben Straßenkreuzung getroffen. Das kam dem Rentner schließlich so verdächtig vor, dass er die Polizei alarmierte. Als es nun zu der Personenkontrolle kam, ging alles ganz schnell: Der Mann zog eine Pistole und auch die Beamtin griff nach der Dienstwaffe. „Die beiden standen sich Auge in Auge gegenüber, fast wie bei einem Duell“, sagte ein Zeuge später.
Weiterlesen „„Bei der RAF waren sie nicht!““In der Höhle des Löwen
Vor 35 Jahren wird der österreichische Polizeioffizier und Diplomat, Gerhard Loitzenbauer, auf offener Straße in Beirut erschossen. Neue Dokumente belegen: Es war ein politischer Mord.
Weiterlesen „In der Höhle des Löwen“„Ibizagate“ im Kontext des „hybriden Konflikts“
2013 ließ der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow aufhorchen: Künftige Konflikte ließen sich mehr allein mit konventioneller Feuerkraft entscheiden, sondern durch den „breit gestreuten Einsatz von Desinformationen, von politischen, ökonomischen, humanitären und anderen nichtmilitärischen Maßnahmen, die in Verbindung mit dem Protestpotential der Bevölkerung zum Einsatz kommen“.
Von westlichen Beobachtern wurde dies zur „Gerassimov-Doktrin“ erklärt. Der General hatte damit deutlich gemacht, dass Subversion, Spionage, Propaganda, „Fake News“ und Cyber-Attacken zu den wichtigsten Waffen im Krieg des 21. Jahrhunderts zählen. Das geht einher mit einer generellen Transformation kriegerischer Konflikte: Diese verschieben sich zusehends in eine Grauzone zwischen Krieg und Frieden – werden somit zum „hybriden Krieg“ oder „hybriden Konflikt“. In diesem Zusammenhang ist auch das sogenannte Ibiza-Video zu betrachten.
Weiterlesen „„Ibizagate“ im Kontext des „hybriden Konflikts““„Kompromat“ auf Ibiza: Zum möglichen Ursprung des Strache-Videos
Kaum war das „Strache-Video“ öffentlich, wurden Spekulationen laut, es könne nur einen geheimdienstlichen Hintergrund haben. Dazu ein paar Überlegungen.
Weiterlesen „„Kompromat“ auf Ibiza: Zum möglichen Ursprung des Strache-Videos“Zielobjekt Rechts: Wie die Stasi die westdeutsche Neonaziszene unterwanderte
Einen guten Überblick hinsichtlich der Aktivitäten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Bezug auf die westdeutsche Neonaziszene gibt der hier zu besprechende Band. Wie der Journalist Andreas Förster darlegt, hatte das MfS dort nicht nur mehr als 70 Informanten, es fanden auch führende Rechtsextremisten in der DDR Unterschlupf. Gleich drei Unterabteilungen der 1975 gegründeten Hauptabteilung XXII des MfS waren für rechtsextreme und konservative Gruppen zuständig.
Weiterlesen „Zielobjekt Rechts: Wie die Stasi die westdeutsche Neonaziszene unterwanderte“Terroristen auf Abwegen
Vor 35 Jahren wäre Wien beinahe zum Schauplatz eines Terrorakts geworden, der vielleicht die blutigen Ereignisse der OPEC-Geiselnahme (1975) oder des Anschlags auf dem Flughafen Schwechat (1985) in den Schatten gestellt hätte. Aber es kam ganz anders, wie aus Ermittlungsakten hervorgeht.
„Augenblicklicher Tod“: Krimi um Karl Lütgendorf
„Wahre Lügen“, der neue Wien-„Tatort“ drehte sich um einen Fall, der vor knapp 38 Jahren die Republik erschütterte: Der mysteriösen Selbstmord des ehemaligen Verteidigungsminister Karl Lütgendorf. Ob es wirklich Suizid war, ist bis heute Gegenstand von Spekulationen. Neue Dokumente entkräften Verschwörungstheorien, geben aber keine abschließenden Antworten.